impulse 12/90 – Seiten 240/241 MARKT Der Computer an der Ecke ersetzt die Litfaßsäule Werbung auf der Straße Der Computer an der Ecke ersetzt die Litfaßsäule Ein pfiffiges Informationssystem, das zum Ausprobieren und Spielen animiert,haben nun zwei Jungunternehmer entwickelt. Es macht zielgerechte und preiswerte Werbung möglich und eröffnet darüber hinaus neue Geschäftschancen durch den Betrieb in Eigenregie. An Münchens Flaniermeile,der Leopoldstraße, lockt ein futuristisches, türkisfarbenes Ding massenhaft Passantenan: Die Mischung aus Stehpult und Computer gibt auf Knopfdruck Auskunft über Shoppingmöglichkeiten, Kinoprogramme oder umliegende Kneipen, zeigt farbige Produktabbildungen an und liefert besonders Interessierten die Informationen sogar ausgedruckt auf Papier. Mit dieser ersten elektronischen Litfaßsäule namens Info-Mat gelang der Taufknirchner Firma Epos Werbeträger GmbH die Herstellung einer Bilder- und Textdatenbank, die preiswerte und unkonventionelle Werbung bietet und überdies neue Geschäftschancen eröffnet. Epos-Geschäftsführer Richard Bauer euphorisch: >> Information im Dialog liegt voll im Trend der Zeit << Bei dieser Art von Werbung holt sich der Kunde seine Informationen selbst. Auf Tastendruck erscheinen Stichwörter zu Angeboten aller Art auf dem Bildschirm: Autos, Immobilien, Reisen, Sonderangebote, Freizeit. Wem etwa das stahlgraue Käfer-Cabriolet gefällt, das für 19300 Mark zu haben ist, dem blendet die elektronische Litfaßsäule einen Stadtplan mit dem Standort des Lieferanten ein. Auf Tastendruck spuckt der Apparat in zehn Sekunden Angebot und Lageskizze aus. Das Ganze funktioniert wie ein kostenloses Anzeigenblatt - und es finanziert sich auch so - mit einem Unterschied: Für 1000 Anfragen verlangt Epos 300 Mark - und das ist auch die Mindestgebühr. Für jeden Ausdruck kommen zusätzlich je nach Papierqualität zwischen 20 und 25 Pfennig dazu. Um Mißbrauch vorzubeugen, kann sowohl die Anzahl der Abrufe als auch die der Ausdrucke limitiert werden. Besonders wirkungsvoll lassen sich die Ausdrucke als Gutschein einsetzen. So verspricht zum Beispiel das Münchner Kino >>Cadilac<< dem Besitzer eines Ausdrucks das Kinovergnügen zum halben Preis, und die Schwabinger Kneipe >>Stadtschreiber<< lockt mit einem Gratis-Pils. In den ersten 16 Tagen seit seiner Installation am 3.September diesen Jahres registrierte der Info-Mat nicht weniger als 36000 Abrufe, das sind bei einem Rund-um-die-Uhr-Einsatz immerhin 94 Tastendrucke pro Stunde. Genutzt wird die Auskunftei vor allem in der Mittagszeit und am Abend ...